Ins Wadi

In schluchtiger Umgebung entlang des Flussbettes, über ein wenig Stock und sehr viel Stein, begleitet vom Rauschen des Baches und Sonnenschein  ….

In knapp einer Stunde gelangen wir von Amman zum Toten Meer, wo es angenehme zehn Grad wärmer ist. 400 Meter unter dem Meeresspiegel parken wir das Auto im Trockenen. Den aneinandergereihten Luxushotels kehren wir den Rücken und biegen ein, ins Wadi Mukheires, eine Schlucht die ins jordanische Bergland führt. Wandern in Jordanien ist Abendteuer mit Expeditionscharakter. Während man sein Ziel zumeist im Internet findet, gibt es wenig Information darüber, wie man es erreicht. Unsere heutige Wanderung führt uns zu einem Wasserfall, eine Besonderheit in diesem wasserarmen Land. Markierte Wanderwege gibt es nicht, hat man Glück, geben einem ausgetretene Schafs- und Ziegenpfade das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Im Wadi Mukheires folgen wir dem Flussbett, begrenzt durch die seitlich hochragenden Felswände.

Zu Beginn laufen wir vorwiegend über Schotter entlang des rauschenden Baches. Je weiter wir in die Schlucht vordringen, desto häufiger drängen sich Hindernisse auf. Felsbrocken, die unüberwindbar scheinen, stellen sich stockwerkhoch in den Weg. Wir stemmen und ziehen uns über ihre Kanten, kriechen durch Felssiphons und grätschen Verschneidungen hoch, wo sich Felsblöcke aneinander lehnen. Zwischendurch überqueren wir immer wieder den kleinen Bach, der sich ebenso seinen Weg durchs unwegsame Gelände sucht, wie wir.

Es hätte eine einfache Wanderung sein sollen, doch heftige Regenfälle hatten Ende letzten Jahres Steinmassen versetzt. Wadis können in der Regenzeit für Besucher sehr gefährlich werden. Ein starkes Gewitter, das im entfernten Einzugsgebiet niedergeht, kann plötzlich als Sturzflut ein ausgetrocknetes Wadi überschwemmen.

Das Gestein fasziniert. Schichten in verschiedenen Farben durchziehen die Wände, Salzkrusten zeichnen sich auf den Felsen ab, gelbe, violette und schwarze Steine gibt es zu entdecken. Vereinzelt kommen Blumen, Wildkräuter und ein wenig grün hervor.

Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir unser Ziel, und stehen vor dem Wasserfall.

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Autor: reginatauschek

Weltbürgerin.

9 Kommentare zu „Ins Wadi“

    1. Liebe Natalie, landschaftlich ist es wirklich sehr schön, und dabei gehört dieses Wadi zu den eher unbekannten. Am Wasserfall war es, wie du es beschreibst. Dort machten wir auch eine Pause. Ich rückte in die Sonne, während ein Kollege sich neben dem Wasserfall auf einen großen Stein legte, und die Frische genoss. Lg Regina

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  1. Es gehört wohl zu den schönsten Erlebnissen, in einer so kargen Landschaft einen wasserführenden Bach entlang zu wandern und zu klettern, um am Ende vor dem Wunder eines Wasserfallls zu stehen. Sehr gerne bin ich mitgewandert. Was du zu den Gefahren sagst: ja, die sind nicht zu unterschätzen. Selbst hier, in Griechenland. Schon mancher Wanderer ist ertrunken, einmal sogar eine ganze Gruppe mit erfahrenem Führer. Ich schaue mir das Wetter immer genau an, bevor ich in unsere Schlucht hineingehe, deren Steilwände jedes Entkommen unmöglich machen.

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    1. Vielen Dank, liebe Gerda, ja die Landschaft ist wirklich beeindruckend und die Gefahren ernst zu nehmen. Auch hier sind im letzten Jahr Menschen von Sturzfluten überrascht worden, und einige ertrunken. Darunter auch eine Schülergruppen. Sehr tragisch. Ich bin hier auch sehr vorsichtig, und achte sehr genau auf das Wetter.

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