Wenn Pflanzen verzaubern

Gärten sind Orte der Inspiration, der Lebensfreude, der Besinnung, der Ruhe, des Friedens, und des Träumens. Wenn sich die Blüten in ihren prächtigen Farben entfalten, die Vögel fröhlich zwitschern und das Wasser plätschert, dann ist man dem Paradies schon sehr nahe.  

Meine Reise in Marokko beginnt mit dem Besuch des Gartens Majorelle und endet in der Pflanzenwelt Anima. Beides zur richtigen Zeit.

Im Jardin Majorelle trifft sich die Welt

Von der belebten Altstadt in Marrakesh kommend, biegen wir in die Rue Yves Saint Laurent. Von hier ist es bis zum Gartentor nicht mehr weit, doch es dauert. Menschen stehen Schlange. Im Gegensatz zum Besuchervolk, ist der offizielle Besucherteil des Gartens überschaubar. Dieser jedoch verdoppelt sich an wenigen Wochen im Jahr. Heute ist so ein Tag, und die Pforte zum benachbarten Teil steht offen, wo sich auch die Villa Oasis, in der Yves Saint Laurant einen Teil seines Lebens verbrachte, befindet. Kakteen, Bäume und üppige Bougainvillea zieren die Wege. Die Farbe Blau besticht. Ein Erbe des Künstlers Majorelle, der Gründer dieses Gartens bevor ihn Yves Saint Laurent erwarb. In Majorelle-blau getränkt sind Hausfassaden, Fliesen, Blumentöpfe und Tongefäßen. Ergänzt wird mit Accessoires in sattem gelb – auch die fruchttragenden Zitronenbäumen mischen mit. Bänke laden zum Verweilen ein, nur die begehrten Sonnenbänke sind heute besetzt. Eine Mischung bunter Sprachen übertönt die Musik der Natur. Die Anlage wird jährlich von 650.000 Besuchern besichtigt, das sind im Schnitt 1.750 Personen täglich.

 

André Heller’s Garten Anima – die Rückkehr ins Paradies

André Heller’s Anima, ein Arrangement aus Natur und Kunst, ist ein Ort der Inspiration, der Besinnung, der Träumereien und eine Kraftquelle. Anima lädt zum Flanieren ein. Den Garten betritt man durch ein großes Holztor, darauf sind Glückssymbole, wie die Hand von Fatima, das böse Geister abwehrt, und Hufeisen angebracht. Ein Weg führt durch das Gartenlabyrinth – manchmal laufe ich Abschnitte zweimal, um sicher zu gehen, nichts zu übersehen. Kunstobjekte liegen zwischen dem Wuchs von Palmen, Kakteen und Agaven, deren Blätter wie Schlangen um sich greifen, oder sie erscheinen dem Besucher überraschend in stattlicher Größe, entweder im farblichen Einklang mit der Natur oder als schriller Kontrast, jedoch immer in Harmonie mit ihrer Umgebung. Ein Ort voller Überraschungen, die hinter Büschen, Bäumen, Sträuchern oder ums Eck lauern. Der Garten bietet eine unglaubliche Vielfalt und Fülle an Details und hält, was er verspricht, nämlich die Rückkehr ins Paradies, wo nicht nur das Plätschern des Wassers, sondern auch die Vögel zu hören sind.

 

Heller Garten – der prächtigste unter den Gärten Eden

Vor einigen Jahren besuchte ich den „Heller Garten“ am Gardasee, der mich Stunden beschäftigte. In Gardone Riviera, am gegenüberliegenden Ufer des Tourismusrummels, befindet sich der „Heller Garten“, eine Erlebniswelt. An den Vormittagsstunden findet man hier Ruhe. Exotische Pflanzen aus der ganzen Welt sowie originelle Kunstobjekte, die teilweise als Akteure für Wasserspiele eingesetzt sind, gibt es zu bestaunen. Durch den Wind erzeugte Klänge, wenn Bambusrohre aneinander schlagen, vollenden die Symphonie der Sinne.

 

Eine Oase unter Millionen Menschen

Manchmal muss man sich mit weniger als diese Weltgärten zufrieden geben. Somit potenziert sich die Freude, wenn man sie dort findet, wo man sie nicht erwartet. Ich erinnere mich an meinen Aufenthalt in Guangzhou, einer 14 Millionen Stadt in China, wo ich inmitten dieser Metropole, im Schatten moderner Wolkenkratzer, auf Natur stieß. Die Oase trennen ein Zaun und eine üppige Baumreihe vom Boulevard, wo Fahrzeuge der oberen Luxusklasse auf sich aufmerksam machen. Aus dem Gewusel der Metro kommend, tauche ich in diese Oase ein und finde einen Ort zur Entspannung. Es ist, wie das Betreten einer anderen Welt. Ein Garten, der mir sehr viel Freude bereitete und mir als Kraftquelle diente. Manchmal betrat ich ihn mit einem Buch, manchmal mit festem Schuhwerk. Oft hatte ich ihn für mich alleine.

Autor: reginatauschek

Weltbürgerin.

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