Das vorweihnachtliche Wunder ist vollbracht.
Auf einer Arbeitsfläche von kaum mehr als einem Meter im Duett zu backen, grenzt an Kunst, und diese spiegelt sich in der Weihnachtsbäckerei. Schön und zierlich sind die Kekse wieder geworden, die kleinsten Sterne und Busserl gerade mal so groß wie der Daumennagel, mit viel Liebe und Freude zubereitet. Ein kleines Gesamtkunstwerk.
Selbstgemachte Weihnachtskekse haben in unserer Familie Tradition. Als Kind freute ich mich immer aufs Kekse ausstechen, den Duft von Zimt, Nelken und Orangen, das Verzieren und natürlich aufs Naschen. Dann folgten mehr als zwei Jahrzehnte, die ich im Ausland verbrachte, und die Mühe lastete auf Mama’s Schultern. An den Festtagen konsumierten wir das Unübertreffliche bei fröhlicher Heiterkeit und ohne Zurückhaltung. Schnell waren sie aufgegessen. Dieses Jahr habe ich ein Wochenende eingeplant, um mit meiner Mutter wieder gemeinsam zu backen. Und wieder war die Vorfreude groß.
In der Küche duften süß und fein,
Weihnachtskekse, zart und klein.
Das Backen erfüllt uns mit Heiterkeit,
und läutet ein die Weihnachtszeit
Ich erinnere mich, als ich in Tajikistan arbeitete, und meine Mutter mir für die Adventzeit Weihnachtskekse mit DHL schickte. Sie überlebten den Transport nicht. Am Zoll wurde die Keksdose geöffnet, und vermutlich jene Stücke, die ihre Form als Kekse bewahrten, verspeist. Bei mir angekommen waren nur mehr eine Schicht Brösel aus Zucker, Zimt, Schokolade und Nüssen. Wohl wissend, wie viel Aufwand in der Zubereitung von Weihnachtsbäckerei steckt, war meiner Mutter die Wertschätzung gewiss, und ich löffelte das, was einmal Kekse waren aus der Dose, zur Einstimmung auf eine fröhliche Weihnachtszeit.
Mit Liebe gemacht und schön verpackt,
eine bunte Vielfalt mit festlichem Geschmack.
Obwohl auf langer Reise in Brüche gegangen,
wird der Weihnachtsgruß mit Freude empfangen.
Meine Oma ist zwar schon seit mehr als 50 Jahren tot, doch ihre Lieblingskekse werden weiterhin gebacken, und zwar aus ihrem „Kochbuch für jeden Haushalt“, erschienen im Jahr 1951. Ein alter Schmöker, den nur mehr ein paar Fäden zusammenhalten, und in dem sich reichlich Spuren von Weihnachsbäckerei von mehreren Jahrzehnten abbilden. Äußerlich und inhaltlich aus der Zeit gefallen, überrascht es kaum, darin noch Rezepte für Negerküsse, Mohrenköpfe und Witwenbusserl zu finden. Wir entscheiden uns für die alten, traditionellen Vanillekipferl. Zudem sammelte meine Mutter über Jahrzehnte die besten Rezepte von Freundinnen und Bekannten. Mein Rezept-Beitrag kommt aus der Naturküche, dominiert von Vollwertmehl und Honig. Somit vermischen sich in unserem Sortiment Altbewährtes mit „gesunden Keksen“, wie Mama die Vollwertkekse nennt, und spiegeln nicht zuletzt die Entwicklung der Weihnachtsbäckerei über Generationen.
Die Tradition der Kekse, ein Erbe so schön,
über mehrere Generationen weitergegeb‘n,
Gemeinsames Kneten, Ausstechen und Lachen,
ist zu schmecken in all den köstlichen Sachen.
Während Kipferl in Zucker gewälzt, Ecken in Schokolade getunkt, Busserl aus der Tüte gespritzt, Rummasse zu Kugeln geformt und Plätzchen mit Marmelade zusammengeklebt werden, hat es draußen zu schneien begonnen. Die dicken Schneeflocken, die wir durchs Fenster beobachten, verleihen dem Backen die perfekte vorweihnachtliche Stimmung. Der Duft von Weihnachtsbäckerei füllt die Zimmer und alarmierte inzwischen auch die Nachbarschaft, die ihre Nasen bei der Tür hereinstecken oder auf eine Kostprobe vorbeikommen. Nach zweieinhalb Tagen backen, sind es wieder elf verschiedene Sorten geworden. Wir bereiten kleine Geschenkdosen für Freunde und Bekannte vor, denen wir Freude machen und ein wenig Anerkennung schenken wollen.
Eine Vielfalt an Keksen kunstvoll verziert,
wie kleine Schätze, mit Liebe sortiert.
Auf dem Teller leuchten sie bunt,
in verschiedenen Formen, eckig oder rund.
Nach so einem süßen Tag schmecken Lachsbrötchen mit einem Glas Sekt besonders gut, um den Abend, obgleich leicht erschöpft, noch gemütlich ausklingen zu lassen.
Ich wünsche Euch allen eine frohe, friedliche und besinnliche Adventzeit.
Bleibt’s g’sund und seid’s lieb zueinander.
Wie schön und stimmungsvoll zu lesen, liebgewonnene Traditionen beizubehalten, das sind gute Erinnerungen
und angenehme Momente im diesjährigen weißen Wintermärchen – Friedvolle Adventszeit-
Vielen Danke, Afrikafrau. Ich freue mich, dass der Beitrag gefällt. Ihnen auch eine schöne Adventszeit.
Wie immer lesenswert, auch wenn ich nun nicht gerade der besinnliche Weihnachtsbäcker bin. Aber der Plätzchenduft steigt einem bei diesen Zeilen dann doch in die Nase…
Auch Dir und Deiner Familie ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr 2024.
Roland.